Wahn oder Politik?

von terrorreihe

Brevik und die Logik der politischen Gewalt

Vortrag und Diskussion mit Leo Elser

Aus unmittelbarer Gewalt, wie den Morden in Oslo und Utoya im Juli 2011, „Lehren“ zu ziehen ist unmöglich und doch Alltagsgeschäft des Feuilletons.
Ob die Morde Taten eines individuellen Irren oder eines politischen Attentäters waren und welche politischen Konsequenzen daraus zu ziehen wären, dazu hatte sich jeder Lohnschreiberling je nach seinem Geschmack schon eine „Meinung“ gebildet, noch ehe die Anzahl der Toten bekannt war. In Europa – und gewiss nicht nur hier – will man freilich nichts von den Grundlagen der politischen Sphäre wissen, also schon gar nichts davon, dass zumindest eine der wesentlichen Grundlagen jeder Politik Gewalt ist; für ein politisches Urteil käme es also darauf an, sich der Differenzen unterschiedlicher politischer Gewalt bewusst zu werden.

Als keineswegs nur formale Frage wäre zu reflektieren, was der Attentäter von Oslo mit jenen des Islam, die er zu hassen scheint, teilt und was ihn von jenen unterscheidet. Und für eine Gesellschaftskritik stellt sich die Frage, worin das „Zentrum“ von Breiviks Logik besteht und inwiefern es als gesellschaftliche Denkform verallgemeinerbar ist. Der Vortrag will versuchen, einen Beitrag dazu zu leisten, anhand von Breiviks Denken und Handeln das Verhältnis von Politik, Wahn und Gewalt zu reflektieren.

Leo Elser ist Redakteur der Zeitschrift „Pólemos“ der AG Kritische Theorie (Nürnberg, Freiburg, Frankfurt).

Die Veranstaltung findet am Freitag, den 9. Dezember 2011 um 20 Uhr im Hörsaal 17 des Universitäts-Hauptgebäudes (Englisches Seminar, Bonn-Zentrum) statt. Der Eintritt ist frei.