Über „Terror“

Ist Terror Ansichtssache? Dass er Furcht und Schrecken verbreitet, kann noch als allgemein anerkannte Definition gelten. Jede darüber hinaus gehende Bestimmung ist aber bereits Gegenstand politischer Interpretation. Was dem einen Terror ist, ist dem anderen nationaler oder globaler Befreiungskampf.

Kommt auch noch die Formel des Staatsterrors ins Spiel,  ist die Begriffsver(w)irrung perfekt. Nach dem Massaker am 11. September 2001 wollte beispielsweise eine Instanz wie der Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert nicht mehr zwischen einem auf politökonomische Strategie abzielenden US-Präsidenten George W. Bush und einem auf eine radikal islamische „Todesindustrie“ (Hassan al-Banna)  fixierten al-Quaida-Führer Osama bin Laden unterscheiden.

Die Veranstaltungsreihe macht es sich deshalb zur Aufgabe, eine historisch fundierte Kritik der politischen Gewalt zu formulieren, die die qualitativen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen staatlicher und nicht-staatlicher, zwischen rechter, linker und islamistischer Gewaltanwendung ermittelt.